Restaurant „Eggers“ in Sprockhövel

Glücklicherweise kommt die Abfahrt „Sprockhövel“ an der A43 manchmal zur rechten Zeit und erlaubt einen Besuch im Restaurant „Eggers“. Wenn dann noch Sonntag oder Montag ist, locken „die wahrscheinlich besten Spare Ribs des Universums“ für unschlagbare 11,90 Euro.

 

Natürlich werden auch andere Speisen angeboten und diese sind nicht zu verachten. Das Angebot reicht von saisonal-regional-rusitkalen Gerichten bis hin zu Zubereitungen, bei denen eher „Luxusprodukte“ eingesetzt werden.

 

Zu gefallen wusste ein Forellenstrudel auf mildem Sauer(rahm)kraut  mit gebratener Blutwurst. Diese Vorspeise (9 Euro) steht stellvertretend für die verfeinerte gutbürgerliche Küche des unkomplizierten Restaurants. Auch ein gebackener Ziegencamembert schafft den Schritt zu mehr Individualität durch den Einsatz von kleinen Kugeln eines Gewürzkürbisses (9,90 Euro).

 

Da heute der Sinn nach eher handfestem stand, war die gebratene Blutwurst mit Kartoffelstampf und Sauer(rahm)kraut und gedünsteten Zwiebeln (9,90 Euro) eine gute Wahl und konnte neben der tadellosen Zubereitungen durch eine sehr gute Blutwurst überzeugen, die auch durch das Braten nicht zerfiel.

 

Zu den schon angesprochenen Spare Ribs werden gebackene Kartoffelecken mit einem Sauerrahm-Dip und ein Salat aus Rotkohl (in der Art eines Cole Slaw) serviert. Herrlich zart das Fleisch mit einer schönen Kruste und einer köstlichen Marinade.

 

Dazu darf dann mal ein Pils schmecken. Aber auch die Weinkarte kann mit einigen interessanten Tropfen aufwarten, bei denen auch noch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Eben dieses ist für das gesamte Angebot von Eggers als äußerst attraktiv zu bezeichnen.

 

Nicht ganz nachvollziehbar erscheint mir die Kritik des Gault Millau, bei der das Restaurant nicht nur von 14 auf 13 Punkte abgestuft wurde, sondern auch der dazu gehörige Text eine Ohrfeige für das engagierte Küchenteam ist. Da erscheinen mir einige andere Restaurants, die in anderen Städten von dem Restaurantführer sehr positiv gesehen werden, deutlich zweifelhafter. Natürlich wirkt das ein oder andere Gericht etwas bemüht, die Beschreibung sprachlich gespreizt, aber in welcher Küche wird durchgehend 100prozentige Perfektion geboten?

 

Von Gastrokritikern wie Jürgen Dollase vielfach gefordert, wird hier nämlich mit heimischen Produkten und Zubereitungen gearbeitet, aber entschlackt, dekonstruiert und weitergedacht.

 

Gerichte von Dirk Eggers lassen sich in dem wunderbaren Kochbuch „Herzenssache – Neue Bergische Küche“ finden und nachkochen. Auch in „Jean Claude Bourgueil – Die Philosophie der Grossen Küche“ steuert der Koch ein Rezept zu, ist er doch ein Schüler des Düsseldorfer 2**(wie man es sieht auch 3***)-Kochs.

 

 

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