Restaurant „Impression“ in Recklinghausen

Heimatgefühle – und endlich hat Recklinghausen ein Restaurant.

 

Der geneigte Genießer muß künftig nicht zwangsläufig nach Dorsten oder weiter entfernt reisen, um in angenehmen Ambiente gut zu speisen.

 

Seit Anfang Februar hat das Restaurant "Impression" in dem Best Western Hotel Engelsburg in Recklinghausen geöffnet. Küchenchef  ist Suvad Memovic, der jahrelang der Stellvertreter von Thomas Bühner im La Table und im La Vie war. Zusammen mit seinem Bruder wird er hoffentlich die Sterne am kulinarischen Firmament der Vest-Stadt scheinen lassen.

 

Nach Jahren des kulinarischen Darbens in seiner Heimatstadt konnte der Verfasser es nicht erwarten, das Restaurant zu besuchen, dort zu speisen und, in diesem Fall, seine Freude kundzutun.

 

Der Blick auf die vorm Restaurant einzusehende Karte sorgte erst einmal für Überraschung. So gingen die Preise doch ziemlich in die vollen, bedenkt man, daß es sich um einen Kaltstart im „Pott“ handelt und die annoncierten Speisen klangen nicht sehr aufregend

 

Nicht reserviert zu haben stellte 14 Tage nach Eröffnung kein Problem dar, denn nur drei Tische waren belegt. Der Speiseraum war sehr neutral gestaltet, dunkles Holz, ein wenig beige und große, im üblichen weiß eingedeckte Tische. Diese standen weit auseinander, was eigentlich sehr angenehm ist. Man könnte das Ambiente zeitlos-klassisch nennen, aber auch ein wenig langweilig.

 

Der Gruß aus der Küche war ein Vitello tonnato, das gut, aber austauschbar schmeckte.

 

Aus der vom Angebot genau richtig großen Karte wählte der Gast das „Parfait von der Gänsestopfleber mit Knusperbrot, Portweingelee und marinierten Apfelstückchen“ (18,00 Euro). Der Geschmack war sehr überzeugend, wenn auch wieder die süßliche Richtung bei der vieldiskutierten Foie gras eingeschlagen wurde. Der dazu gereichte Sauternes (10,50 Euro) paßte erwartungsgemäß gut dazu.

 

Zum Hauptgericht wurde die Empfehlung eines etwas gereiften weißen Bordeaux gerne angenommen, wies doch der Service in Person des Bruders des Küchenchefs und Mit-Geschäftsführers, Adnan Memovic, darauf hin, dass die durch das Holz etwas zurück­genommene Säure auch besser nach dem süßen Sauternes passe. Der nicht sehr spektakulär klingende und eigentlich sehr klassische Hauptgang „Gebratener Zander auf Champagner­schaum mit Frühlingslauch und Garnelen-Apfel-Tortellini“ (26,00 Euro) bestach durch seine sehr gute Zubereitung und die hervorragende Fischqualität.

 

Der „Warme Schokoladenkuchen mit Moccaeis und marinierten Kumquats“ (10,50 Euro) fiel sicherlich nicht durch seinen Innovationsgehalt, sondern durch seinen einfach „leckeren“ Geschmack auf.

 

Die petit fours zum Espresso (2,10 Euro!) waren hervorragend und mussten somit auch vollständig verzehrt werden.

 

Die Weinkarte wurde leider vergessen einzusehen, dies wird bei nächster Gelegenheit aber sicherlich nachgeholt, denn der Gesamteindruck war kurz nach der Eröffnung sehr positiv.

 

Dieses mutige Unterfangen, ein ambitioniertes Restaurant in Recklinghausen zu eröffnen, findet hoffentlich bei Gästen als auch der Kritik (Ihr Einsatz, Dollase) Zuspruch. Interessant wird die Entwicklung, auch in Anbetracht der vorherigen Stationen des Kochs, bleiben. Wird mutiger gekocht werden (Würzen, Einsatz von Kräutern, neuere Garmethoden)? Wird eine gewisse Regionalität Einzug erhalten (sicherlich eine Überlegung wert)? Wird sich ein eigener Stil, eine Handschrift herauskristallisieren (sehr zu hoffen)?

 

 

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