Restaurant „Tafelspitz 1876“ in Düsseldorf

Nach der Ostervöllerei und dann noch während der Osterferien war es endlich mal möglich,  spontan einen Tisch im Tafelspitz 1876 zu reservieren. Und das nur 26 Plätze bietende Restaurant blieb den Abend über nur halbgefüllt.

 

So sollte sich die Küche doch eigentlich perfekt auf die wenigeren Gerichte konzentrieren können, was sie größtenteils auch tat, aber die Taubenbrust war ein wenig übergart und beim ausgelösten Hummer in der Schälerbsensuppe waren an zwei Stellen noch Reste der Schale zu finden.

 

Sollte sich jemand schon an dieser Stelle fragen, warum sich nicht die Begeisterung  Jürgen Dollases einstellt, der das Restaurant Ende letzten Jahres zu seiner Entdeckung 2007 ausgerufen und zuvor in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung überaus positiv besprochen hatte oder eine ähnlich positive Kritik wie die der Blogger von go to rio folgt, einige –natürlich rein subjektive- Anmerkungen:

 

Die Preise scheinen grenzwertig hoch zu sein. Hier soll nicht wieder eine Diskussion analog der vom Besuch bei Rosin losgetreten werden. Im à la carte-Bereich sind 24,00 Euro für eine Vorspeise schon heftig, die 14,00 Euro für ein nicht besonders spektakuläres Schokoladen-Dessert sind eindeutig zu viel. Die Portionen sind schlichtweg ein wenig zu klein für ihren Preis, was auch den Nachteil eines erschwerten Sich-Hineinschmeckens birgt. Beim Wein schien mir das Maß eher zu stimmen. Der Menüpreis stellt mit 65,00 Euro (2 Vorspeisen, Hauptgericht, Käsegang und Dessert) sicherlich die preislich bessere Wahl dar, zumal auch die Kleinigkeiten zum Aperitf (hervorragend!), das amüse bouche (mittelmäßig), ein Sorbet (interessant)und die petit fours (gut) hier serviert werden. Warum wie an anderen Tischen beobachtet, ein vermeintliches Vordessert nicht gereicht wurde, bleibt unbeantwortet.

 

Auf der Speisekarte klingen die Gerichte spannender als das, was letztlich serviert wird, schmeckt. Das soll nicht heißen, es hat nicht gemundet. Aber spektakulär und unvergeßlich sieht in den Augen des Gastes anderes aus. Die qualitativen Schwankungen zwischen den einzelnen Gerichten, ja sogar Elemente fielen auf: Bei der angesprochenen Taube war in der Barolo-Pfeffer-Soße der Einsatz des Pfeffers –wenn überhaupt- nur zu erahnen. Sehr gut war wiederum das Gelee aus PX-Essig zum Almochsen-Tartar.

 

In positiver Erinnerung bleibt auf jeden Fall der vorbildlich freundliche und kompetente Service durch den Herrn im one man-Service. Eine angenehm entspannte Atmosphäre herrschte im Restaurant.

 

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