So läuft´s Business…

Product Placement in Food-Magazinen – nicht ungewöhnlich. Gibt der Anzeigenkunde mit der Glutamat-Suppenwürze eine Anzeige auf, darf doch ruhig in einem Rezept gerne mal die Zutat „Gekörnte Brühe (z.B. von M**** oder K****)“ auftauchen.

 

Solche Beispiele ließen sie en masse finden, funktioniert scheinbar so mittlerweile das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben. Ansonsten wären „Top“-Fernsehshows wie H**** K´s Modellcontest (Name gekürzt. Nicht, daß der Vater noch abmahnen muß…) gar nicht möglich, was ja auch wirklich ein enormer Verlust wäre.

 

Auf jeden Fall hat Pit Falkenstein im „Weekend Journal“ des Handelsblattes seinen festen Platz mit „Falkensteins Weinprobe“. Hier bereichtet er über Weingüter bzw. Winzer und stellt immer einen Wein vor, zu dem er dann auch ein Kurzrezept vorschlägt. Der Leser hat das Gefühl, den Winzer vor sich zu sehen und bewundert den Aufwand, der getrieben wird, um ihm die –zumeist fair kalkulierten- Weine näherzubringen. Am Ende fehlt natürlich auch nicht die Adresse, über die der Wein bezogen werden kann. Zumeist klingt es so (Text frei erfunden):

 

 „Im Jahre 1999 beschloß der hochgewachsene Winzersohn Lukas das elterliche Gut zu verlassen und sein Glück mit Weinanbau in China zu versuchen. Nach anfänglichen Problemen produziert der von Wind und Wetter und der Arbeit im Weinberg gezeichnete Fünfunddreißigjährige beachtliche Weine, die auch in der sonst so zurückhaltenden Weinszene für Aufsehen sorgten…“

Unter dem Titel „Am Fuße der Anden“ erschien am Freitag, 07. März 2008 ein Artikel über der argentinischen „Prodigo“ classico. Der Text ließ sich so an wie immer, speziell dieser Malbec wurde gewürdigt und der Preis klang mit knapp unter 10 Euro attraktiv. Zu beziehen ist dieser Wein über DosMalbec in Düsseldorf. 

Wie also kommt der Autor auf diesen Wein? Ganz einfach, Inhaberin Julia Merkel hat angerufen, ihm den Wein vorgestellt und er hat darüber geschrieben. Verwerflich ist das unter der Annahme, daß Pit Falkenstein den Wein auch wirklich für empfehlenswert hält, nicht unbedingt, wird doch so ein interessanter Wein vorgestellt. Ein wenig Geschmäckle bleibt, da der Autor durch seine ach so persönliche Skizze des Winzers eine für den Weinverkauf durchaus förderliche Stimmung erzeugt und es sich nicht verifizieren läßt, ob diese persönliche in Augenscheinnahme wirklich erfolgt ist.

 

Aber: So läuft´s Business…

 

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