Restaurant „Gut Velderhof“ in Pulheim

Wenn man in einem Pulheimer Golfclub ist, um nicht Golf zu spielen, ist höchstwahrscheinlich ein Restaurant das Ziel. „Gut Lärchenhof“ mit dem unterhaltsamen Gastgeber Peter Hesseler ist eine sehr empfehlenswerte Adresse, bei der man gerade im Sommer hervorragend unter freien Himmel speisen kann. Aber der auch im Ortsteil Stommeln, quasi auf der anderen Straßenseite gelegene Golfclub, Gut Velderhof bietet Nichtmitgliedern die Möglichkeit, im Restaurant „Gut Velderhof“ auf dem Clubgelände zu speisen.

 

Aus Köln, wo er „Paul´s Restaurant“ betrieb, ist Koch Christoph Paul mit seiner Frau, die sich um den Service kümmert, ins beschaulichere Grüne gezogen. Nicht ganz so abgeschottet wie „Gut Lärchenhof“, aber architektonisch (altes Hofgebäude) und kulinarisch (unterteilt in Bistro und Restaurant) ähnlich angelegt präsentiert sich „Gut Velderhof“. Das Restaurant ist im Gault Millau mit 16 Punkten bewertet.

Beim Blick auf die website reizte besonders „Paul´s regionales 5 Gänge Menü“ für 58,00 Euro. Auch die Weinkarte war komplett online gestellt und verhieß das ein oder andere trinkfreudig kalkulierte Tröpfchen. Neben dem genannten und dann jahreszeitaktuellem Menü wird noch ein 6 Gänge Menü angeboten, welches sich eher klassisch-französisch inklusive der üblichen Verdächtigen an Produkten anlässt. Aus beiden Menüs kann auch á la carte gewählt werden und auch ein Tausch bei Hauptgericht und Dessert waren möglich.

 

Eine Anregung für das regionale Menü ist, doch das Regionale stärker zu betonen und die Herkunft der Produkte nicht nur, wie  beim Spargel angegeben,  auszuweisen.

 

Die Weinkarte ist natürlich nicht so umfangreich wie die von „Gut Lärchenhof“, gefällt aber auch wegen ihres starken Akzents auf deutsche Weine. Die Wahl fiel auf den Ruppertberger Linsenbusch Riesling Kabinett 2004 von A. Christmann (31,00 Euro). Beim Genuß des Weines mit angenehmen Reifenoten stellt sich die Frage, warum bei den vielen tollen deutschen Rieslingen oftmals in Restaurant auch bei den Spätlesen nur sehr junge Weine angeboten werden.

 

Nach drei verschiedenen Brotsorten und einer Butter mit Algen und einem Schälchen Jordan-Olivenöl (quasi regional da aus Hilden) folgte der Gruß aus der Küche, ein Stück gebratener Fisch auf Gemüse mit frittierten Zwiebelringen, die ein wenig zu intensiv für den ansonsten feinen Geschmack waren.

 

Der erste Gang „Gebackene Kalbskopfterrine mit Büsumer Krabben und Wildkräutersalat“ hielt, was sie versprach: guter Kalbskopf, schon kroß ausgebacken, dennoch nicht fetttriefend und ein Wildkräutersalat, der den Namen ob der Zusammensetzung auch verdiente.

 

Sehr intensiv mit guter Würzung und fabelhaftem Tomatenaroma war der „Capuccino von Strauchtomaten mit Basilikum-Grießnocken“. Eine hervorragend ausbalancierte Suppe.

 

Das „Filet von der Lachsforelle auf Räucherforellenbrandade in Meerrettichschaum“ überzeugte mit guter Fischqualität und feiner Aromatisierung. Der pochierte Fisch zusammen mit dem leichten Raucharoma der Branade genossen, ergab ein tiefgründiges Geschmacksbild.

 

Wenngleich bei „Rücken und Schulter vom iberischen Landschwein mit Kohlrabi und Morcheln in ihrer eigenen Sauce“ der Überraschungseffekt fehlte, war der Gang sehr stimmig und die einzelnen Bestandteile exakt gegart und das Gemüse zum Hineinlegen. Da der Gang aus dem großen Menü war, handelte es sich beim Schwein auch nicht um ein regionales Produkt.

 

„Gebräuntes  Vanilleparfait mit Balsamico und ausgebackenen Holunderdolden“ gefiel in der Kombination und war handwerklich perfekt gemacht. Ein wenig mehr Vanillegeschmack hätte nicht geschadet, auch waren nicht viele schwarze Punkte durch die Vanille zu sehen.

 

Sollte jemand zu diesem Zeitpunkt noch hungrig geblieben sein, spätestens nach dem Abschied aus der Küche mit einer klassischen Crème brulée (hier mit vielen Vanillepunkten) und guten petit fours sollte endgültig das Sättigungsgefühl eingesetzt haben.

 

Gutes Handwerk, angenehmes Ambiente und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis sollten durchaus dazu animieren, den weg ins Grüne anzutreten, auch wenn man nichts aufs Grün will.

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