Die Jagd nach der perfekten Pizza

Ich habe sie nicht in Neapel gefunden, nicht sonstwo in Italien, nicht in New York und nur ab und an kam das, was vor mir auf dem Teller lag, an den von mir abgespeicherten Referenzgeschmack heran. Die beste Pizza, so meine Erinnerung, gab es in einer Pizzeria  in Recklinghausen. Wie es so ist mit Erinnerungen, retroperspektiv glorifiziert man vieles und der eigene Geschmack hat sich ja auch weiterentwickelt. Leider ist es ohnehin  nicht mehr möglich, in der seit über zwei Jahrzehnten geschlossenen Pizzeria auf Geschmacksforschung zu gehen.

 

Grundvoraussetzung für eine perfekte Pizza ist definitiv der Ofen. Heiß muß (400-500 Grad Celsius) er sein und die Erfahrung hat gezeigt, daß mit Holz befeuerte Steinöfen das beste Ergebnis bringen. Die Pizza darf dann nur für kurze Zeit –je nach Dicke und Belag- 30 Sekunden bis 2 Minuten in den Ofen. Dies sollte auf jeden Fall ohne diese Formen, die manchmal verwendet werden, geschehen.

Der aus Mehl, Wasser, Hefe und Salz mit vielleicht ein wenig Olivenöl hergestellte Teig darf nicht zu dick sein und sollte nicht zu üppig belegt werden. Italienischer Purismus hat hier Vorrang vor amerikanischer Üppigkeit! Und Gouda aus der Tüte geht mal gar nicht und anstelle von TK-Pizza kann man auch gleich deren Pappkarton essen.

 

Auf jeden Fall hat im letzten Jahr in der Düsseldorfer Alstadt die Pizzeria di Napoli eröffnet. Düsseldorf-Altstadt? Auf der Hunsrückenstraße, nahe Bolker Str.? Ja, dort, ganz klein (nur 4 oder 5 Tische), recht ansprechend eingerichtet und mit freundlichem Service durch die japanische Frau des italienischen Besitzers und Pizzaiolo und man kann von einer positiven Ausnahmeerscheinung in der Gastronomiewüste Altstadt sprechen.

 

Der Teig ist dünn und wurde nicht ausgerollt, sondern stilecht in Form geschlagen. Die Pizza kommt aus einem entsprechenden Ofen, den sie vielleicht einen kurzen Moment später hätte verlassen können. Die Zutaten des Belags können durchaus als hochwertig bezeichnet werden, denn es wird kein Tütenkäse, sondern Mozarella, kein Formvorderfleisch, sondern ordentlicher Schinken verwendet. Lustige Anekdote zu diesem Thema: Ein Koch der benachbarten italienischen Lokalität „Matteo“ wollte sich Salami borgen. Man wies ihn darauf hin, es werde habe nur die italienische verwendet, worauf die Entgegnung war, dies sei für seinen Arbeitgeber zu teuer.

 

Aber – die Jagd muß leider weitergehen…

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