Restaurant „Vieux Sinzig“ in Sinzig

Der Besuch im Restaurant „Vieux Sinzig“ von  Jean-Marie Dumaine läßt sich hervorragend mit einem Tagesausflug an die Ahr verbinden. Es locken viele gute Rotweine, die in der Gegend um Rech und Dernau an steilen, steinigen Hängen wachsen und über den Rotweinwanderweg quasi abgeschritten werden können. Wenn man nicht mehr laufen mag, hilft die Ahrtal-Bahn, die in jedem Ort Halt macht.

Kochen mit Wildpflanzen und –kräutern ist über die Jahre Passion und Markenzeichen des Kochs aus der Normandie geworden und damit hat er sich im Gault Millau 16 Punkte erkocht. Mittlerweile sind zu diesem Thema auch mehrere Kochbücher erschienen, Produkte aus seiner Küche kann man bei Brot & Butter erwerben und ab und an hilft ein Auftritt im regionalen Fernsehen, ein paar Gäste zusätzlich nach Sinzig zu locken.

Überraschung beim Entritt ins Restaurant, erfolgt der Empfang durch Madame Colette Dumaine, die mit einer traditionellen Trachtenhaube bekleidet ist. Im etwas biederen Speiseraum wissen die tolle Food-Fotografie an den Wänden, der toll gemachte, mit Kräutern bepflanzte Innenhof und der Blick auf das Treiben in der offenen Küche zu gefallen.

 

 

Ravioli mit Rindermark und Wintertrüffel, Topinambur mit Parmesan und Frühlingskräutern (€ 16,00)

 

Mundfüllender Wohlgeschmack durch das Zusammenwirken aller Komponenten: Bißfest der Nudelteig mit weicher Füllung, erdig und zugleich cremig durch die Topinambur-Stückchen und die nötige Frische liefern die Kräuter.

 

Freiland-Perlhuhn mit Enten-Foie gras, Vin-Jaune-Bratenjus, Zuckermais und Vogelmiere (€ 28,00)

 

Perfekt gegartes Fleisch trifft auf ebensolche Stopfleber, die eine herbe Note bringt, was gut zu der Süßweinsauce paßt. Zuckermais und Vogelmiere sind ein wohldurchdachtes Flavour Paaring, wird doch der Heilpflanze ein Geschmack nach jungem, rohem Mais nachgesagt, der durch den süßen Zuckermais wieder eingefangen wird. 

 

 

Mispel-Tarte, Kardamom-Eis und Sanddorn-Quark-Terrine (€11,00)

 

Bewußt geordert war die Nachspeise zugegebenermaßen doch gewöhnungsbedürftig. Besonders das Kardamom-Eis war nur in kleinen Dosen genossen ein Erlebnis. Die Tarte und Terrine waren handwerklich gut gemacht und verfügten durch die Zutaten über einen spannenden Kick.

 

 

Im Vieux Sinzig wird nicht nur eine Krauterküche versprochen und die Speisekarte liest sich nicht nur außergwewöhnlich, sondern man schmeckt den Einsatz von Kräutern und Pflanzen deutlich. Auffallend war die große Anzahl an ganz klassisch mit Kochmütze agierenden Köchen, denen  Küchchef Yoann Hue, ehemals rechte Hand von Michel Bras, vorsteht. Am Paß stand dennoch der Herr des Hauses, der sich im Gespräch bei seiner Restaurantrunde als angenehmer, aufmerksamer und  interessanter Gesprächspartner zeigte.

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