Restaurant „Kult“ in Bergisch-Gladbach

Die ist eine Restaurantkritik, die unter verschiedenen Aspekten gelesen werden sollte: Zum einen hatte das Restaurant Kult zum Zeitpunkt des Besuchs erst einen Monat geöffnet und zum anderen sollte der Gast das Restaurant ein weiteres Mal besuchen, um ein für ihn abschließendes Urteil zu fällen.

Enis Akisik hat vor wenigen Jahren sein Restaurant Bizim, das er in der Kölner Weidengasse inmitten von Dönerbuden und Baklavaläden jahrelang erfolgreich (17 Gault Millau-Punkte!) betrieb, geschlossen. Jetzt ist er, weniger zentral gelegen in der beschaulichen Gourmethochburg Bergisch-Gladbach, zusammen mit seiner Restaurantleiterin Barbara Klöpfel wieder auf der Bildfläche zurück.

Das Restaurant ist modern und hell eingericht. Elegant designte goldene Deckenleuchter und offen verputzte Wände verbreiten eine angenehme Atmosphäre, in der der Service vielleicht einen Tick zu steif wirkt; die weißen Handschuhe zum Servieren sind nun wirklich überflüssig!

Die Speisekarte scheint bewußt kleingehalten zu sein, denn außer einer Hilfe und einer Spülerin ist Akisik in der, durch eine kleine Scheibe vom Gastraum einsehbare Küche, allein. Das muß auch grundsätzlich kein Nachteil sein. Die auch recht dünne Weinkarte bietet angenhem kalkuliertes aus vieler Herren Länder und der Mas d´Andrum aus dem Languedoc (39,50 Euro) gefällt sehr gut.

Sehr in Qualität und Geschmack scheinen die einzelnen Speisen zu variieren. Einem gut bereitetem und ausdrucksstark gewürztem Kalbsbries (15,00 Euro) steht ein hausgemachtes und laffes mit Perlhuhnbrust gefülltes Nudelgericht (12,50 Euro) gegenüber. Nicht besonderes eindrucksvollen, ohne Schmoraromen versehenden Kalbsbäckchen (24,00 Euro) ist der Lammrücken, auch hier fehlen Röstaromen durch zu schwaches Anbraten, vorzuziehen, da mit dem gut abgeschmeckten Gemüse und der Joghurt-Knoblauchsauce wesentlich mehr Tiefe und somit Geschmack entsteht.

 

Die gebrannten Cremes zum Abschluß waren geschmacklich und handwerklich einwandfrei, aber mit 11,50 Euro definitv viel zu teuer. Die Vorspeisen war zu klein portioniert, worüber sich auch nicht mit "Qualität statt Quantität" hinweggehen läßt, denn auch Qualität braucht mehr als ein oder zwei Gabeln um hervorzustechen.

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