Jürgen sagt…

Er hat es wieder getan. Todesmutig! Sich in seinen bequemen PKW oder auf den Drahtesel geschwungen und ab zu McDonald´s um die Ecke in Mönchengladbach gefahren. Zum Mitnehmen oder zum hier essen? Wenn er es denn vorost verkostet hat, brachte er wohlmöglich sein eigenes Besteck mit („…selbst wenn man den Burger mit Messer und Gabel ißt.“). Vielleicht ja auch McDrive und sich dann zuhause noch korrespondierende Weine ausgedacht.

Am Sonntag wich die Vorfreude auf „Hier spricht der Gast“ in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schnell einer Enttäuschung. Nein, es waren diesmal nicht die nervigen Lange-Brüder, sondern der wahrhaftige Gastro-Gott, Jürgen Dollase, der sich mal wieder in kulinarische Untiefen vorgewagt hatte. Das Thema McDonald´s hatte Dollase schon mehrmals aufgegriffen, im September 2005 u.a. in dieser Kolumne oder als er analytisch einen Burger verkostete. Auch Kentucky Fried Chicken, Subway und Starbucks konnten in der Vergangenheit der kritischen Begutachtung Dollases, der durchaus zugibt, unterwegs manchmal selbst beim Burgerbräter, ob der Lebensmittelsicherheit durch Standardisierung, einen Burger reinzustopfen, wenig überraschend nicht standhalten können.

Was aber bringt dem Leser das? Warum von dem einen kulinarischen Extrem (hervorragende Dreisterner oder überteuerte Einsternerestaurants)  ins andere (Fastfood, Systemgastronomie) fallen? Das Aufmerksammachen auf gute Restaurants, „normale“ Gasthäuser, ja sogar auf einen herausragenden Imbiß oder interessante ethnische Restaurants wäre für die meisten wesentlich interessanter und dem kulinarischen Alltag durchaus näher. Wo ist die gute Alltagsküche, wo das vermeintlich Einfache auf qualitativ hohem Niveau?

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