Speis und Trank in London

Nachdem wir mit dem Story ja schon eine spannende Geschichte hinter uns hatten, schalteten wir in London kulinarisch einen Gang herunter. Wir konzentrierten uns auf ein paar der zuvor von der Commis de Cuisine herausgesuchten Adressen und hatten dabei aufgrund der Abwechslung und des Genußes unsere helle Freude.

In unserem Überraschungs-Hotel, Crowne Plaza Kensington, zwar ein Kettenhotel, aber für Londoner Verhältnisse angenehm günstig, sehr ordentlich und ruhig, hatten wir kein Frühstück gebucht.

Kein Problem, denn direkt gegenüber befindet sich eine Filiale der Kette(!) Paul, die wohlschmeckende Backwaren anbietet. Ein weiteres Frühstück genossen wir im kleinen italienischen Café Casa Nova in Notting Hill, dessen netter Chef auch gleich ein paar Tipps hinsichtlich Pubs auf Lager hatte. Das 42°Raw in der Royal Academy of Arts weckte mit vegetarisch, veganen Produkten unser Interesse, zumal zu der Zeit noch der  bekannte Frankfurter Caterer Kofler seine Finger im Spiel hatte. Nun, es war nicht die riesige Frühstücksauswahl und hatte eben den, wenn auch coolen, Charme eines Museumscafés. Geschmacklich ging das aber in Ordnung.

       

Einen kleinen Snack kann man perfekt am herrlichen Borough Market zu sich nehmen. Aus einem der Hawker Stalls fiel die Wahl erst auf ein indisches Curry mit Basmati Reis, Linsen, Kartoffeln, Blumenkohl und Kohl. Dazu Tamarindensauce und Yoghurt mit Koriander. Offensichtlich regte die Schärfe den Appetit an, denn darauf folgte noch ein Bagel mit salted beef, Gurke und Senf. Der unausweichliche Durst konnte erfolgreich in der Micro Brewery Brew Wharf mit dem hausgebrauten Meantime bekämpft werden.

               

Da beim letzten Londonbesuch im Mai 2013 bereits mit dem St. John und dem Dinner by Heston Blumenthal (aktuell übertriebenerweise auf zwei Michelinsterne aufgewertet) die Leistungsschau der englischen Küche überprüft wurde, widmeten wir uns nach dem indischem Snack an zwei Abenden der libanesischen und der chinesischen Küche.

Das Yalla Yalla in Soho ist eher ein Loch in der Wand denn Restaurant. Mit seinen wenigen Tischen ist es stark frequentiert, so daß wir froh waren nach dem Stadtbummeln zur off-Zeit um 18 Uhr problemlos Erlösung in Form von Sitzmöbeln zu finden. Natürlich gab es die Klassiker: Feines, nicht zu sesamlastiges Hommos und Tabboule mit schönem Petersilienanteil. Sehr gut war Sawda Djej, Hühnerleber mit viel Knoblauch und Granatapfelkernen. Arayes, ein mit Lammhack gefüllter Teig war zwar pervers fettig, aber intensiv-lammig und lecker. Statt des offen im Wasserglas ausgeschenkten libanesischen Rotweins, wäre der 2004er Musar für 45 Pfund wahrscheinlich eine gute Wahl gewesen. Obwohl wir ganz entspannt etwas länger auf das letzte Gericht gewartet hatten, entschuldigt sich unsere Bedienung und nahm es einfach von der Rechnung. Das ist mal Kundenfreundlichkeit!

Vor dem glamourösen Date am nächsten Abend  mit Sir Elton John im Zuge der Verleihung des Brit Icons Award im Palladium war die Zeit knapp. So gab es erneut ein frühes Dinner und somit hier eine wirkliche Schnäppchenempfehlung für London: Yauatcha, ein besterntes chinesisches Restaurant, eher am Rande Sohos denn in Chinatown gelegen, bietet zwischen 14 und 18 Uhr ein Dim Sum Menü inklusive einer Teekanne für zwei Personen zum Preis von 28,88 GPB an. Authentisch waren die Speisen nicht zu Hundert Prozent, sondern etwas mild und dezent gewürzt, aber lecker und in einem stylishen, wen auch etwas kühlem Ambiente serviert. Am besten gefiel neben den Dumplings der Baked venison puff – gefüllt, frittiert und danach noch mit Teig ummantelt.

Ein sehr interessantes Konzept verfolgt  Bubbledogs im Stadtteil Fitzrovia. Der Name rührt von den zwei Hauptdarstellern her – Champagner und Hot Dogs!

Eine wunderbare Champagnerkarte (mit u.a. Vilmart & Cie, Grande Réserve, 1er Cru, Brut, Rilly la Montagne im glasweisen Ausschank) wird kombiniert mit Hot Dogs, den teuersten Hot Dogs unseres Lebens. Das Konzept muß stimmen, denn der Laden brummt und draußen stehen die Leute Schlange. Am besten gefiel der Breakie mit Bockwurst vom Schwein, Spiegelei und Black Pudding, also Blutwurst. Im hinteren Bereich befindet sich das 19 Plätze Restaurant Kitchen Table, für das wir leider kurzfristig keinen Platz bekamen.

Abschließend und völlig unvollständig aufgrund der Vielzahl der Pubs in London noch der Hinweis auf zwei nette Pubs. The Hereford Arms in South Kensington mit sehr nettem Ambiente und The Porcupine, zentral am Leicester Square gelegen mit guter Bierauswahl und sehr freundlichem Personal. Wenn gerade nur Pub-Ketten zur Auswahl stehen, würden wir einen Nicholson´s Pub den Taylor Walker Pubs vorziehen.

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