Bath

Von London Paddington geht es in anderthalb Stunden mit First Great Western im Zug ins wunderschöne Bath. Die Stadt mit ihrer gregorianischen Architektur wie aus einem Guß liegt in der Grafschaft Sommerset am River Avon. Die städtebauliche Bedeutung zeigen exemplarisch der Circus und Royal Crescent. Zentral gelegen ist Bath Abbey, daneben die berühmten römischen Bäder, die aus heißen Quellen von den Römern entwickelt wurden.  Die Pulteney Brücke erinnert stark an die Ponte Vecchio in Florenz. Zu guter Letzt ist mit Bath Rugby einer der erfolgreichsten englischen Rugby Vereine in der Stadt beheimatet.

        

Viele Hotels, wie auch das von uns gebuchte Henrietta House, befinden sich in alten Stadthäusern. Man sollte sich vor einer Buchung darüber bewußt sein, daß dieser Umstand nicht nur ein nettes Ambiente und tolles Flair mit sich bringt, sondern auch die Nachteile in Sachen Hellhörigkeit eines alten Hauses. Das Frühstück des österreichischen Besitzerpaares ist auf jeden Fall hervorragend.

Im übersichtlichen Zentrum bietet Bath viele kleine Läden, Pubs und Restaurants. Im Gegensatz zu London kamen wir kulinarisch völlig unvorbereitet nach Bath. Nach kurzer Recherche durfte es für uns am ersten Abend gerne einmal fleisch- und fischlos zugehen. Die Köchin und Inhaberin eines der bekanntesten vegetarischen Restaurants des Königsreichs, Rachel Demuth, hatte im Sommer ihr Demuths an ihren langjährigen Chefkoch verkauft. Nun heißt das Restaurant mit nettem Puppenhaus-Ambiente Acorn Vegetarian Kitchen @Demuths. Bei den Vorspeisen wußten „Mikes´s Roast Beetroot with lightly pickled lavender blueberries and homemade cream cheese curds and hazelnuts“ und „Carrot and Cashew Paté with spelt toast, seasonal leaves and herbs, ginger gastrique and tamari cashews“ sehr zu gefallen. Recht üppig und herzhaft fiel die „Stuffed Courgette Flower with smoked Dorset red and ricotta, cannellini beans and chard, in a romesco Sauce“ aus. „Fresh ewe´s cheese parcels -fresh homewood farm ewe´s cheese filo parcels with fresh strawberry, mint pickled cucumber and shallot salad“ war halt ein Salat. Als Dessert durfte es dann die „Selection of local cheeses with seasonal homemade Chutney and sourdough toast“ sein. Käse waren u.a. Red Dorset and Old Winchester.

Mit Bath Ales hat auch Bath, wie so viele Orte Englands, eine lokale Brauerei. zu bieten. Im Salamander Pub gibt es die Bierspezialitäten im Aus-schank. Die Ox cheek pie & mash mit Barnsey Sauce und angeschwenktem Kohl aus dem Tagesangebot schmeckte mehr als ordentlich.

Deftig und herzhaft ging auch es in der Green Park Brasserie vorm Susan James Konzert im Chapel Arts Centre zur Sache. Ordentlich das Entrecote, sofern man die Sauce etwas wegließ und gut gemacht der Burger. Ein Tipp für sparsame Englandreisende:  Tablepouncer. Für einige Städte findet man  dort vergünstigte Kurzfristangebote von Restaurants, wovon wir an diesem Abend allerdings nicht profitierten. Leider konnten wir abreisebedingt den hinter der Lokalität gelegenen und samstags stattfindenden Bauernmarkt nicht mehr besuchen.

Für den Koffeinschub zwischendurch ist Colonna & Small´s sehr empfehlenswert. Was hier in Sachen Kaffeezubereitung geboten wird, ist schon sehr toll und speziell. Unent-schlossenen helfen sicherlich die tasting notes auf der Tafel weiter. Mit einem Stilton-Rosemary short-bread und einem Lavendel-Polenta-Keks mundet´s noch besser.

Wer auf ordentliches Essen in Gastro Pubs steht, sollte sich in Bath den etwas abseits des Touristentrubels gelegenen King William Pub nicht entgehen lassen. Durch seine sympathische Twitter-Aktivitäten hatte der Pub das Interesse geweckt. Auch hier löblicherweise Real Ale im Ausschank und, als Besonderheit, eine Weinkarte, die sich von Bio- über biodynamischen bis hin zu orangenen Weinen erstreckt. Gutes Sauerteigbrot, Selleriesuppe und „Fresh Pea & Walnut Pate, Poached Hens Egg, Truffle Oil“ waren ein schöner Auftakt. Vom Trüffelöl, das nun wirklich niemand braucht, hat man gottseidank nichts geschmeckt. „Sticky Braised Duck Leg, Mash Potato, Greens“ spielte schon auf hohem Niveau, der Höhepunkt aber war „Toffee & Banana Brioche, Spiced Ice Cream“, ein Traum von Butter und Karamell, Haselnüssen und einem Eis mit Kardamom und anderen Gewürzen.

                          

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