Pausa pranzo

DSC_6740Felicità 
è un bicchiere di vino con un panino, la felicità.
– Al Bano & Romina Power

Die Lage? Direkt im von Daniel Libeskind entworfenen Kö-Bogen über drei Etagen verteilt. Das Ambiente? Zeitgemäß urban mit roten Stühlen und Tischen und propper gekleideten Kellnern statt muffiger Italo-Kitschigkeit und Dottore-Getue . Das Publikum? Düsseldorf, gemischt mit Businessleuten und Flaneuren. Und das Essen?

Es klinget die Speisekarten Lyrik köstlich wie sooft, die Karte übt sich gegenüber vielen italienischen Pendants – und davon gibt es in Düsseldorf so einige – einigermaßen in Übersichtlichkeit und verzichtet auf die von mir gefürchtete Tomaten-Sahnesauce; natürlich gibt es noch schriftliche und mündliche Empfehlungen – dann doch wieder fast ein Zuviel, das die Auswahl zwischen Klassikern und eher individuell klingenden DSC_6686Gerichten erschwert.

Ordentliches Brot und Olivenöl, theatralisch vom Kellner am Tisch gepfeffert und gesalzen, erscheinen zugig – das kennt der Gast schon aus dem stets hochfrequentierten Poccino in den Schadow Arkaden, zu dem auch das vor einem Jahr eröffnete Palio Poccino mit Restaurant und weiteren gastronomischen Einheiten (Bar, Pasticceria) gehört.

Schade um die gute Produktqualität der vom Kellner empfohlenen Jakobsmuscheln:  sie sind schlichtweg versalzen, worüber auch das Salatbouquet und die Obstdeko alter Schule nicht hinwegtäuschen können. Die Sauce mit etwas Sojasauce und Olivenöl ist im Prinzip nicht schlecht; schön wäre es, anstelle der sperrigen Salatblätter, den Salat zu zupfen oder gleich einen abwechslungsreicheren Wildkräutersalat apart anzurichten.

Da ärgere ich mich, nicht einfach ein klassisches Carpaccio oder wie mein Gegenüber ein aufgepepptes Vitello Tonnato bestellt zu haben. Trotz der old school-Deko sieht das appetitlich aus, wenngleich ein verdächtig intensives Trüffelaroma herüberweht.

Dafür würde ich dann bei der Kalbsleber nicht mit ihm tauschen wollen: Das Fleisch wurde vorm etwas zu langen Braten mehliert und bei den nicht besonders spannenden Beilagen sieht der Brokkoli verkocht aus – geschmeckt hat es offensichtlich, wie ein leerer Teller am Ende signalisiert.

Meine gefüllten, hausgemachten Nudeln mit Maronen und Kürbis entpuppen sich als bisherige Kernkompetenz des Hauses: Schlotzig und süß-süffig mit dem richtigen Biß. Das winterliche Gericht paßte so auch noch gut zu einem trüben Februar-Mittag

Mein nicht ganz klassisch zubereitetes Tiramisu schmeckt gut, Überhaupt bürgt für gelungene Dolci auch die hauseigene Pasticceria San Marco.

Das Glück Ist ein Glas Wein mit einem Stück Brot, das ist das Glück – Ja, und manchmal wie im Palio eben ein dampfender Teller Pasta. Wären wir beim namensgebenden Palio di Siena, dem härtesten Pferderennen der Welt, man hätte den besten Blick auf’s Geschehen: mit seiner prominenten Adresse im Kö-Bogen und der Außengastronomie ruft es Lage, Lage, Lage. Was das Essen angeht, ist das Palio auf keinem schlechten Weg, aber hat die Ziellinie noch nicht erreicht. Einiges auf der Karte klingt authentisch, manches gar hinreißend (Cima di rape), aber es fehlt noch ein wenig die Präzision und die Konsequenz, weniger mehr sein zu lassen – beginnen könnte man direkt mit dem Abschaffen der Tellerdeko aus nicht jahreszeitlichem Obst und der Saucenmalerei…

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