Auf den Teller (6): Senfei, Kartoffel, Kaviar

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Es lebe die Einfachheit! Und die Klassiker der deutschen Küche! Klassiker? Echt jetzt? Und ich habe noch nie Senfeier gegessen. Sogar Tim Raue bereitet die in seinem Berliner Restaurant La Soupe Populaire zu? Überhaupt scheint mir das ja fast der interessanteste Laden in diesem Gastro-Imperium zu sein: Endlich nimmt sich ein Spitzenkoch mal explizit die deutsche Küche vor. Das Kochbuch mit Paula Bosch liegt hier auch noch irgendwo rum. Sollte ich mal hineinschauen. Hätte ich mal vorher reinschauen sollen.

Berlin ist weit weg, der Weg zum Bio-Bauern mit seinen aromatischen Freilandeiern näher. Ein Rezept brauche ich doch nicht für Senfei, Kartoffel, Kaviar. Reicht doch, dass ich gelesen habe, was bei Raue reinkommt und am Ende rauskommt. Gut, statt Saiblingskaviar habe ich den vom Lachs genommen, dafür schlummern unter dem Kartoffelberg im Saucensee gepickelte Stücke Rote Bete. So für die süßlich-erdige Belustigung und damit wenigstens irgendetwas zum Kauen dabei ist.

Einfach, schnell und schlotzig – Eier wachsweich zu kochen war kein überforderndes Unterfangen, eine gekräuterte, senfig-sahnige Sauce anzurühren auch nicht. Kartoffelpüree, ja, das ist dann im Verhältnis mit Aufwand verbunden – schälen, waschen, kochen, stampfen. Und nein: praktische Tütchen sind keine Alternative. Dann schmeckt’s ja wieder wie Krankenhaus oder Kantine.

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