Spinatknödel

DSC_0413-2Die wichtigste Zutat liegt in knackiger Frische bereit, schließlich heißt das Gericht ja Spinatknödel. Der Preis für den frischen Spinat auf meinem aktuell favorisierten Wochenmarkt trieb mir beim Einkauf zwar die Schamröte ins Gesicht, aber das Produkt ist makellos. Spinat ist allerdings nur der erste Wortteil. Für Knödel verlangt das Rezept aus „So kocht Südtirol“ noch Knödelbrot. Der Super- bzw. Bio-Supermarkt hat es nicht, beim Bäcker Fehlanzeige, der hat noch nicht einmal mehr altbackenes Brot. Für Internetbestellungen ist es jetzt wohl zu spät…
DSC_0417-2So kratze ich zuhause jegliche Brotreste, einschließlich derer, die schon für die Entenfütterung im Park bestimmt waren, zusammen. Die letzten harten Kanten (mehr als schnittfest) verwandele ich noch in kleine Quadrate – Mandelstuten war auch mit dabei; egal, eine nussige Note passt bestimmt. DSC_0418-2Kleingehackte Zwiebeln und Knoblauch in Butter anzudünsten, ist kein größeres Problem. Das riecht schon immer so gut. DSC_0423-2Laut Rezept soll der Spinat fein gehackt werden, ich werfe den gewaschenen Spinat einfach in die Zwiebel-Knoblauch-Butter-Mischung und lasse ihn zusammenfallen und ein wenig weichgaren und würze dann mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Lecker, und ich überlege kurz, mir alle weitere Arbeit zu sparen und mir einfach zwei Spiegeleier dazu zu braten.DSC_0422-2DSC_0429-2Die Eier mixe ich meinem Vorhaben entsprechend dann doch mit dem Spinat. Deshalb hatte ich anfangs auch darauf verzichtet, den Spinat zu blanchieren, auszudrücken und fein zu hacken. Der Spinat war nur etwas zu feucht und die Mischung geriet mir dann zu flüssig.

Zu der Spinat-Ei-Masse muss ich daher deutlich mehr Mehl als im Rezept angegeben zufügen und reduziere dafür die Menge Milch, die in die Mischung kommt. Ich vertraue voll und ganz darauf, dass die Käsewürfel auch noch zur Bindung beitragen werden. Nochmaliges, vorsichtiges Abschmecken mit Salz und Pfeffer, bevor es ans Durchmischen geht, das aber wegen der späteren erhofften Fluffigkeit kein Durchkneten sein sollte. Jetzt eine Ruhepause von circa 15 Minuten für Knödelmasse und Koch.DSC_0430-2Mit feuchten Händen – und das nicht nur vor Nervosität ob der Konsistenz und dem Zusammenhalt meiner leicht improvisierten Masse – forme ich einen Knödel nach dem anderen und lasse ihn vorsichtig ins siedene Salzwasser gleiten. Das Wasser sollte jetzt nicht mehr aufkochen.

Die Garzeit von 15 bis 20 Minuten nutze ich, um braune Butter herzustellen, Parmesan zu reiben und die ersten Handgriffe beim Küche aufräumen zu erledigen. Die Tomaten stopfe ich zwischendurch als Nervennahrung rein: Werden die Knödel halten?!?DSC_0438Und sie haben gehalten. Die Spinatknödel sind nur leicht ausgefranst am Rand, aber die Masse hielt. Im Anschnitt fest und gleichsam fluffig. Und der Geschmack? Köstlich! Mit der braunen, nussigen Butter. Dem würzigen Parmesan. So nah war ich Südtirol schon lange nicht mehr!

Hier noch das leicht individualisierte Rezept aus einem meiner Lieblings-Grundrezept-Kochbücher, „So kocht Südtirol“:

Zutaten
150 g Knödelbrot oder Improvisation
kleine Zwiebel
Knoblauchzehe
Butter
400 g frischer Spinat oder 200 g gekochter und ausgedrückter(!) Spinat
Salz, Pfeffer und Muskatnuss
2 Eier
50 ml Milch
30 g Käsewürfel (ich empfehle, einen mittelfesten, würzigen Käse oder gar Graukäse)
1 EL Mehl oder Improvisation, bis die Konsistenz plausibel erscheint

Ein Gedanke zu „Spinatknödel

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