Appetithappen: Pure White, Köln

DSC_8864Ich hatte ja geschrieben oder- je nach Blickwinkel – angedroht, dem Original, dem Pure White nach meinem Besuch im Pure White Foodclub einen Besuch abzustatten. Und ein dreigängiges, Mittagsmenü für 23 Euro, das nach einer Zeit ausschließlich abendlicher Öffnung, erneut angeboten wird, lieferte mehr als gute Gründe, mal wieder die andere Rheinseite zu besuchen. Ich muss gestehen, dass ich mich im Imbißstuben großen Ambiente mit hohen Tischen, Bänken und Hockern wohler fühle. Die Küche mit dem wichtigsten Protagonisten für die meisten Zubereitungen, dem bis zu 800 Grad Celsius heißen Jospergrill, ist richtig offen. Den Rauchgeruch von Holzkohle habe ich nicht nur im Gastraum in der Nase, sondern nach dem Essen auch in meiner Kleidung und rieche wie aus dem Räucherofen.Los geht es mit Mozzarella Burrata Stracciatella mit Tomaten-Konfit und Oregano-Öl. Ganz klar im Mittelpunkt steht der italienische Filata-Frischkäse. Es schmeckt gut und dezent bis filigran. Der Käse hat geschmacklich eine gewisse Quarkigkeit, die mich kurz verwundert, aber im Zusammenspiel mit der Süße der Tomaten und dem kräftigen Öl nicht stört. Schon folgt das Hauptgericht: „Catch of the day“ Steinbutt mit Apfel-Senf-Air, Schalotten-Jus, Petersilien-Cannelloni und Pimentos de Padrón. Da hatte ich mich am Fisch-Freitag doch wahrlich gegen die Alternative Jack O’Shea-Rinderfilet entschieden. Gut so, denn die Tranche Fisch ist topfrisch und hat auf dem Grill die richtige Dosis Röstaromen und Garung abbekommen. So verträgt das feste Fleisch auch die kräftige Sauce. Als Salzgeber dienen die mit Meersalz bestreuten, knackig und herben  galizischen Paprikas. Die Air entpuppt sich als Säurelieferant, bei dem in diesem Falle die luftige Textur genau richtig ist. Sehr gut.Nach dem tollen Fischgericht überzeugt auch die Pure White-Schokoladentarte mit Pinienkerneis und Maraschino-Kirschen. Eine souveräne Dessert-Fingerübung, die man jetzt nicht aufregend finden kann, aber ich freue mich weiterhin über Schokolade beim süßen Abschluss; hier gerät es auch nicht zu mächtig . Nur das Zuckerfäden-Gestrüpp braucht es nicht.

Das Mittagsangebot im Pure White ist ein wahrer Deal. Da sehe ich über die vielen Schreibfehler in der Menükarte mal geflissentlich hinweg. Klar, die Portionen sind nicht riesig, aber angemessen – alles andere wäre bei dem Preis auch für die Kalkulation Wahnsinn. Und noch ein Vorteil: man torkelt – wenn man nicht gerade dem Blauschiefer von Alexander Loersch gefrönt hat, nicht übersättigt raus, sondern kann noch durch’s hübsche Belgische Viertel bummeln und den Freitag langsam ausklingen lassen…

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