Archiv der Kategorie: Wein

Domain-Wechsel! Es geht woanders weiter! Umzug!

Liebe Leser,

hier ist schon seit Längerem nichts Neues erschienen.
Aber es geht weiter! Einige für mich spannende Beiträge sind bereits erschienen.
Es weiter mit Artikeln über Restaurants, Selbstgekochtes und launischen Einwürfen.
Wo? Bitte dem Link zu meiner eigenen Domain folgen.

Stef’s Table

ich freue mich auf alte und neue Leser!

Herzlichst,
Stef

Für immer jung

DSC_6320„Im Himmel gibt’s kein Bier, drum trinken wir es hier“. Das Schild hing bei Opa und so fing alles an. Als ich wieder einmal heimlich bei Opa mit ihm „Ein Colt für alle Fälle“ oder „Trio mit vier Fäusten“ guckte, durfte ich irgendwann mit dem Finger von Opas Bierschaum probieren. Gallenbitter! Für meine jungen Geschmacksnerven war dieser Geschmack eine neue Definition von Bitter. Lange Zeit hat mich der Geschmack von Bier nur in Form von in rauen Mengen genossenen Malzbiers (wie es früher noch hieß) fasziniert. Pappsüß als Industrieware oder geschmacklich definierter von Pinkus Müller, das mein Onkel damals schon regelmäßig aus Münster mitbrachte. Hätte er mal die Chancen erkannt und damals die Distribution für all die Bio-Läden übernommen, in denen das Bio-Bier heute omnipräsent ist.

„Blue Berryhill, Blue Monday“ Mit eben jenem Onkel war ich zu Beginn der 90er-Jahre zum ersten Mal im Uerige in der Düsseldorfer Altstadt. Er hatte sein Patenkind zu einem Fats Domino-Konzert mitgeschleppt und vorher mit Alt, Killepitsch und Pizza in Stimmung gebracht. Ein Meilenstein meiner Bier-Adoleszenz…

„Längste Theke der Welt“ Mitten aus dem Ruhrgebiet stammend, übte die Düsseldorfer Altstadt nie eine große Faszination auf mich aus. Schon damals pilgerten viele Gleichaltrige am Wochenende nach Düsseldorf, wenngleich es doch deutlich weniger Junggessellenabschiede aus der Provinz oder Saisonsabschlußfahrten von Dorfmannschaften gab. Ich war zufrieden, in einer Ruhrgebiets-Kneipe ein Pils zu trinken oder – wie exotisch – ein Guinness im Irish Pub. Das Altbier, das im größeren Stil Düsseldorfs Stadtgrenzen verließ, konnten wir damals nur als Krefelder, also mit Cola gemischt, ertragen.

„Durch die Gassen“ Erst mit meiner berufsbedingten Übersiedlung nach Düsseldorf Anfang der Jahrtausendwende beschäftigte ich mit dann ernsthaft mit Altbier. Im Laufe der Jahre habe ich am herben Geschmack immer mehr Gefallen gefunden. Eine Entwicklung die irgendwie einhergeht mit der Abschaffung von der Bittere bei Industrie-Bier, das immer belangloser und eintöniger schmeckt.

DSC_5251„Craft Beer. Seit 1862“ Aktuell Trend, Hype, Nerdtum: Egal was es ist, irgendwann nahm vor einigen Jahren eine kleine Bierrevolution aus den Staaten kommend ihren Lauf. Microbreweries poppten dort auf und wurden mittlerweile schon wieder von den Multis geschluckt, die sich nicht in ihre Plörre spucken lassen wollen. Wie jedes dieser Ereignisse kam die Entwicklung im großen Stile erst mit Verzögerung in hiesigen Gefilden an. Mein Interesse für britisches Bitter, also Pale Ale, hatten schon vor Jahren die Krimis des englischen Autors Colin Dexter geweckt – schließlich wollte ich Bruckner-Symphonien wie Inspector Morse mit ordentlichem Bier genießen. Zurück zum Thema: Auf jeden Fall wird im Zuge dieser Welle tolles, interessantes aber auch absurdes und grauenhaftes Zeug gebraut. Zeitgemäß ist vor allem das Bohei, das gemacht wird, gerne auch um Hopfen, um am Ende dann doch Hopfenpellets zu verwenden. Manchmal kommt es mir auch vor, als vereinnahmten Design und coole Vermarktung sowie markige Texte auf Rückenetiketten mehr Zeit als Geschmackstests und der eigentliche Brauprozess. Und noch etwas: Das ganze ist ein alter Hut in neuen Gewändern. Der Uerige braut in der Düsseldorfer Altstadt seit 1862 nichts anderes als das, was heute Craft Beer genannt wird. Handgemachtes Bier aus hochwertigeren Rohstoffen mit selten gewordenen Methoden. Weiterlesen

Mosel. Mitunter munter.

Das Gute liegt so nahe. Trotzdem war ich erst zweimal an der Mosel. Und das jeweils nur kurz, obwohl die Mosel in gut zwei Stunden mit dem Auto zu erreichen ist. Einmal wollten meine Eltern – es muß mittlerweile 30 Jahre her sein – ein Ferienhaus kaufen, das sich bei unserem Besuch als Schrottimmobilie entpuppte und zuletzt waren wir mit Freunden zum Wandern im grauen November an der Mosel und das schäbige Örtchen wirkte bei diesem Wetter umso trister. Auch bei diesem, meinem dritten, diesmal ausführlichen Besuch, stellte ich fest, Tristesse gibt es. Ich habe Fotos. Strukturwandel, ältere Winzer, die keinen Nachfolger haben und ein Tourismus, der in die Jahre gekommen zu sein scheint oder irgendwo zwischen Mief und Muff der 70er-Jahre und den Ansprüchen von Tagesgästen und Kegelklubs stehengeblieben scheint. Dabei gibt es so vieles Schönes und Tolles an der Mosel. Und davon soll hier die Rede sein.

Die Landschaft. Wasser, Weinberge, Wolken

DSC_9473 DSC_9332 DSC_9476 DSC_9284 DSC_9355 Weiterlesen

Zwischen Bergen und Seen – Schweizer Wein

Lange Jahre war für uns Kinder der jährliche Familienurlaub in der Schweiz eine mäßig spannende Veranstaltung. In einer Zeit, in der Tennis noch boomte, standen wir morgens auf dem Court, am Nachmittag wanderte die Familie und ein, aus Kinder- und Teenagersicht, steifes Dîner war die Abendunterhaltung. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich begann mit Hilfe der Weinkarte die Schweiz zu erkunden…

DSC_7741Schweizer Weine fristen in Deutschland ein Schattendasein. Dazu tragen unter anderem der starke Schweizer Franken und die teils begrenzten Produktionsmengen bei.
Dies ändern und zeigen, daß es nicht an der Qualität und Vielfalt des eidgenössischen Weinbaus liegt, wollte SwissWein@ProWein 2014 mit der gut besuchten Veranstaltung Die Weinschweiz in Deutschland im Industrieclub Düsseldorf. Weiterlesen

Das Buch zum Wein von Captain Cork

Weihnachten naht. Ich denke über Geschenke nach. Eine Idee ist schon da. Der Bruder interessiert sich seit einiger Zeit für Wein, seriösen Wein. Lieber Rotwein. Er definiert auch, was ihm gefällt: Der Vernatsch aus Südtirol zu schwach auf der Brust, ein Rioja schmeckte besser als der „unoaked“ Portugiese und besonders in die engere Auswahl kam ein „Black Print“ von Markus Schneider. Dieses zarte Pflänzchen Weinenthusiasmus will brüderlicherseits gepflegt und erweitert werden.

Natürlich hilft hier learning by drinking, aber ein wenig Theorie kann nicht schaden, sondern sogar das (Trink)Vergnügen steigern.

Da trifft es sich doch hervorragend, daß gerade zum Weihachtsgeschäft Captain Cork – Das ultimativ andere Weinbuch erscheint. Gerade hier erhoffe ich mir doch, daß alle Theorie nicht trocken ist, sondern so süffig und verständlich ist, daß sie Lust auf Lesen, Verstehen und vorallendingen auf ein Glas Wein macht. Weiterlesen